Kinderaugenheilkunde und Sehschule

Warum ist eine Untersuchung in der Sehschule wichtig?

Das Sehen ist bei der Geburt bei weitem noch nicht voll ausgebildet. Es dauert etwa bis zum 12. Lebensjahr, um alle Sehfunktionen optimal zu entwickeln. In dieser Zeit kann das Sehen durch unterschiedlichste Ursachen empfindlich gestört werden.

Als erstes ist hier das Schielen zu nennen. Ein Auge weicht von der normalen Sehachse ab und verliert dabei Möglichkeit, normales Sehen zu entwickeln. Auch kleinste, kaum sichtbare Schielstellungen können zu deutlichen Sehstörungen (Schiel-Amblyopie) führen.

Unentdeckte Fehlsichtigkeiten wie Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung können ebenso zu vermindertem Sehen (Amblyopie auf Grund von Fehlsichtigkeit) führen.

Eine unbehandelte, im Kindesalter aufgetretene Sehschwäche (Amblyopie) kann im Erwachsenenalter nicht mehr korrigiert werden, auch nicht mit einer Brille, Kontaktlinsen oder Laseroperationen. Sie bleibt dann lebenslang bestehen.

In der Folge können einige Berufe nicht erlernt werden (Pilot, LKW-Fahrer, Polizei etc.).

Vorrangiges Ziel unserer Sehschule ist somit, bei Kindern mit Sehstörungen nach einer gründlichen Diagnostik frühzeitig eine Therapie einzuleiten, um ein bestmögliches Sehen auf beiden Augen bei optimalem räumlichem Sehen zu erreichen.

Hierzu werden Ihre Kinder durch eine Orthoptistin untersucht. Orthoptistinnen sind aufgrund ihrer Ausbildung auf die Diagnostik und Therapie von Sehstörungen im Kindesalter spezialisiert.

Befunde zu Netzhaut und Sehnerv erhebt der Augenarzt.

Zur Behandlung einer kindlichen Sehschwäche kann z. B. eine Brille verordnet werden, manchmal werden Gläser mit speziellen Leseteilen oder Prismen zur Korrektur einer Schielstellung notwendig.

Bei der Amblyopie kommt vielfach die Okklusions-Therapie zum Einsatz. Durch zeitweiliges Abkleben des gesunden Auges wird das sehschwache Auge trainiert.

In einigen Fällen empfehlen wir eine Zusammenarbeit mit einer Klinik – z. B. zur Planung einer Schieloperation.

Wichtig ist uns, dass Sie als Eltern jederzeit über sämtliche Befunde, Zusammenhänge und Ziele einer Behandlung informiert sind. Daher nimmt sich die Orthoptistin Zeit, Ihnen die entsprechenden Ziele verständlich zu erläutern.

Und nun an die Eltern: Wann haben Sie Ihre Augen zuletzt gründlich untersuchen lassen? Gern führen wir Ihren eigenen augenärztlichen Check im Anschluss durch.