Visuelle Neuro-Rehabilitation bei Sehstörungen nach Hirnschädigung

Neurologische Erkrankungen können visuelle Störungen verursachen, also Störungen des Sehens in unterschiedlichster Ausprägung. Die Lebensqualität der betroffenen Patienten kann deutlich beeinträchtigt sein. 

Welche visuellen Störungen können neurologische Erkrankungen hervorrufen?

  • Gesichtsfeldausfälle, Sehminderung oder Lesestörungen
  • mangelnde visuelle Ausdauer
  • Störung der Kontrastwahrnehmung
  • Augenmuskellähmungen mit Doppelbildwahrnehmung

Welches Konzept steckt hinter der "Visuellen Neuro-Rehabilitation"?

Das Konzept des „Reha-Sehtrainings“ durch die Orthoptistin ist - bei vorhandener Motivation - eine Möglichkeit der visuellen Rehabilitation zerebraler Sehstörungen.

Dieses Training stellt eine sinnvolle Ergänzung in einem interdisziplinären Team zusammen mit Neuropsychologen, Neurologen, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und Logopäden dar.

Nach einer umfassenden augenärztlichen und orthoptischen Untersuchung wird eine geeignete und individuelle Therapie festgelegt, gegebenenfalls auch mit häuslichen Übungen.

Optische Korrekturen werden gemessen und erprobt. Wir erarbeiten mit Ihnen Kompensations- Strategien durch visuelles Mobilisieren und visuelle Stimulation. Die Anleitung zum Umgang mit der Sehstörung, auch für Angehörige, ist ein wichtiger Bestandteil des gesamten Konzeptes.

Selbstverständlich führen wir auch eine Beratung im häuslichen Umfeld durch.

Vorhandene Gesichtsfelddefekte können allerdings durch das „Reha-Sehtraining“ nicht geheilt werden, auch nicht durch andere Methoden.

Das Ziel ist vielmehr ein schnellerer und selbstverständlicher Umgang mit der erworbenen Sehstörung im Alltag durch Einsatz entsprechender Sehhilfen und der individuell erlernten Kompensations-Strategie.

Das Bewusstmachen der Störung und das Erlernen geeigneter Strategien helfen, die psycho-sozialen Beeinträchtigungen zu verringern. 

Ihr Nutzen und Ihr Ziel:

Das höchste Ziel des „Reha-Sehtrainings“ ist, bei entsprechenden Voraussetzungen, der Erhalt bzw. der Rückgewinn der Lesefähigkeit und die Wiedereingliederung in das soziale Umfeld.